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Kanzlerduell: Für Schulz spricht wenig


IMAS-Report Nr. 3 /Juli 2017

Angela Merkel und Martin Schulz im IMAS-PromiMeter: 

Rund 2 Monate vor der Wahl hat das Institut die beiden Kanzlerkandidaten dem Wirkungstest bei einem repräsentativen Querschnitt  von 1.000 Deutschen ab 16 Jahren unterzogen.

Anhand von Fotovorlagen ermittelt das IMAS regelmäßig die Bekanntheit und die Persönlichkeitswirkung von Prominenten bei der Bevölkerung, normalerweise um die Öffentlichkeitswirkung von Testimonials festzustellen. Diesmal standen aus aktuellem Anlass die Spitzenkandidaten der beiden Großparteien im Umfeld von sechs weiteren Politikern auf dem Prüfstand des “PromiMeter“.

Die Ergebnisse lassen die vorgetragene Euphorie der SPD im Hinblick auf ihren Hoffnungsträger Martin Schulz nicht nachvollziehbar erscheinen. Zwar wird sich sein geringfügiges Bekanntheitsdefizit gegenüber der praktisch totalen Prominenz von Angela Merkel durch die massive Medienpräsenz bis zur Wahl vermutlich weitgehend schließen, darüber hinaus fehlt seiner Person in der öffentlichen Wahrnehmung aber augenscheinlich das nötige Faszinosum, um gegenüber Merkel noch signifikant an Statur zu gewinnen.

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Obwohl er vergleichbar sympathisch wirkt (61:59 Prozent), würden nur 20 Prozent der potentiellen Wähler einen Reiz darin erblicken, Martin Schulz einmal persönlich kennen zu lernen (gegenüber 35 Prozent bei Merkel). Gut: gesellige Tugenden wie Humor, Eleganz oder gar Attraktivität sind bei beiden defizitär. Ansonsten erweist sich die Kanzlerin aber als ein ganz anderes Kaliber. Ihre signifikantesten Pluspunkte sind Klugheit/Bildung, Weltläufigkeit und die Aura von Stärke, auch was die Festigkeit ihrer Überzeugungen betrifft. Schulz vermittelt allenfalls etwas mehr „Volksnähe“, was in Anbetracht seiner weniger überzeugenden mentalen Kräfte aber kein Qualifikationskriterium für das Kanzleramt sein dürfte. Die Deutschen wissen, was sie an der Kanzlerin haben, jeder Zweite sagt „gut, dass es sie gibt“, Schulz dagegen würden nur 28 Prozent fehlen. Dennoch: was beide gegenüber einem Politiker-Typus wie Emanuel Macron schmerzlich vermissen lassen, ist der Eindruck von Modernität und der Fähigkeit, Veränderungen anzustoßen.

Tabelle 2